3 Fragen an Paul Kündiger von Königsdruck

Zu Beginn sollte es nur um die Produktion von Aufklebern gehen – heute umfasst das Team von Königsdruck in Berlin 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie leben täglich ihre Leidenschaft für einfallsreiche, einzigartige und hochkarätige Druckerzeugnisse aus. Abgesehen davon – auch das Aufkleber-Business wächst und gedeiht weiter.

Geschäftsführer Paul (Paule) Kündiger: „Uns zeichnet die Kombination aus Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationskraft aus, die in jedes unserer Projekte einfließt“.

Paul steht im DruckPilot-Interview unseren üblichen drei (manchmal auch fünf 😉) Fragen Rede und Antwort – ein schönes Stück Storytelling.

Wie bist Du in die Druckindustrie gekommen und was fasziniert Dich als Unternehmer bis heute an diesem Berufsfeld?

Ich bin da ehrlich gesagt eher reingerutscht, als dass ich morgens aufgewacht bin und dachte: „Paul, Druckindustrie – das ist jetzt dein Lebensplan“. Es war eher bei einem Bierstorming mit meinem Freund Gregor Lösch. Die Idee war die Stickerweltherrschaft.

Ulkig, aber irgendwie immer noch der Aufhänger, warum ich das bis heute mache. Ich liebe dieses Zusammenspiel aus Ideen, Maschinen, Technik, Menschen und der Tatsache, dass am Ende wirklich etwas vor dir liegt, das vorher nur eine Idee war und was man anfassen kann, dazu noch meist etwas Kreatives.

Und obwohl unsere Branche manchmal erfolgreich versucht, sich selbst ein bisschen langweiliger zu verkaufen, als sie eigentlich ist: Ich finde Drucken bis heute ziemlich geil.

Was fasziniert Dich an gedruckter Kommunikation bis heute am meisten?

Dass sie echt ist. Du kannst sie anfassen, riechen, knicken, aufkleben, ins Regal stellen – und im Zweifel liegt sie da noch, wenn der Instagram-Post längst im digitalen Nirwana verschwunden ist. Bei Stickern sagen wir immer – Aufkleber leben länger! 😉

Wir reden ständig über Digitalisierung, und ich bin wirklich der Letzte, der Technik doof findet. Aber genau deshalb glaube ich, dass Print heute nicht weniger wertvoll ist, sondern an vielen Stellen sogar wieder mehr: Weil es eben nicht noch ein Bildschirm ist.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest: Was sollte sich in der Druckindustrie in den nächsten fünf Jahren verändern?

Wir sollten endlich aufhören, uns permanent selbst für tot zu erklären. Gefühlt macht die Druckbranche das seit 20 Jahren – und komischerweise drucken wir immer noch.

Ich wünsche mir mehr Mut, mehr Sichtbarkeit und vor allem mehr Bock darauf, neue Dinge auszuprobieren, statt immer zuerst zehn Gründe zu suchen, warum etwas nicht funktionieren kann. Und wenn wir dabei noch lernen, jungen Menschen zu zeigen, wie digital, automatisiert und verdammt spannend eine moderne Druckerei heute ist, wäre schon ziemlich viel gewonnen. Denn noch druckt ChatGPT nicht dein Buch.

Was siehst Du aktuell als die größten Herausforderungen und Chancen für die Druckbranche?

Die größte Herausforderung ist für mich nicht irgendeine einzelne Maschine oder Technologie. Es ist die Geschwindigkeit, mit der sich alles verändert – Automatisierung, KI, Fachkräftemangel, Preisdruck, Nachhaltigkeit und Kunden, die heute etwas bestellen und sich wundern, warum es gestern noch nicht geliefert wurde. 😄

Gleichzeitig liegt genau darin die Chance: Wir können Prozesse neu denken, kleine Auflagen wirtschaftlich produzieren, Print und Digital verbinden und Produkte anbieten, die vor ein paar Jahren so noch gar nicht möglich waren.

Wer Veränderung nicht nur erträgt, sondern Bock darauf hat, hat gerade eine ziemlich spannende Zeit vor sich.

Welchen Rat würdest Du jungen Menschen geben, die heute eine Ausbildung in der Druckindustrie beginnen wollen?

Lasst euch nicht verrückt machen von Leuten, die erzählen, Print hätte keine Zukunft. Als ich angefangen habe, sollte das papierlose Büro eigentlich auch schon kurz vor der Fertigstellung stehen. 😉

Seid neugierig, lernt nicht nur eure Maschine oder euren Arbeitsplatz kennen und schaut unbedingt über den Tellerrand – Daten, Automatisierung, KI, Vertrieb, Materialien, Weiterverarbeitung.

Wer versteht, wie aus einer Idee ein Produkt und aus einem Produkt ein Geschäft wird, kann in dieser Branche verdammt weit kommen. Denkt immer dran…ich war auch der mittellose Schüler, der in Shorts auf der Couch die blöde Idee hatte, die Stickerweltherrschaft anzustreben, und nun bin ich dem schon ein ganzes Stück näher gekommen. 

Informationen zu Königsdruck

„Wir sind erst dann glücklich, wenn es auch unsere Kunden sind“, so beschreibt Paul Kündiger das Credo von Königsdruck. Es gilt seit gut 30 Jahren und hat das Unternehmen nach eigener Aussage „zu einer der kreativsten, fortschrittlichsten und renommiertesten Offsetdruckereien Deutschlands“ gemacht.

Das Team ist verlässlicher Partner für Kunstschaffende, Modeschöpfer, Auktionshäuser, Verbände, Werbeagenturen, Marketingabteilungen, öffentliche Institutionen und Industrie- und Handelsunternehmen.

Save the Date!

Königsdruck ist im nächsten Jahr Gastgeber des Rudolph Druck Print Symposiums. Damit wird der 13. Mai 2027 sicher ein weiterer Festtag der Druckindustrie, eine Party mit Vorträgen. In mittlerweile fünf Jahren hat sich das Symposium zum „Place-to-be“ der Druckbranche im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Eine Reportage über das Rudolph Druck Print Symposium 2026 finden Sie hier.