
Farbe ist nicht gleich Farbe – warum professionelles Farbmanagement so wichtig ist
Farbe ist nicht gleich Farbe – wir alle sehen Farben unterschiedlich. Was für die eine Person „grasgrün“ ist, ist für die andere eher ein „lindgrün“.
Genau so geht es auch den Geräten in der Druckvorstufe: Monitor, Scanner, RIP, Digitaldruck- und Offsetdruckmaschine interpretieren Farben unterschiedlich, sie haben gewissermaßen alle ihre eigene „Farbsprache“.
Außerdem funkt das verwendete Papier dazwischen. Eine identische Druckfarbe kann je nach verwendetem Papier sehr unterschiedlich wirken – der Weißgrad, die Oberfläche und Transparenz oder auch das Saugverhalten des Substrats können den Farbeindruck massiv verändern.
Ohne abgestimmte Regeln kommt also am Ende selten das heraus, was Auftraggeber sich vorgestellt haben – was zum Beispiel in ihrem Corporate Design-Guide vorgegeben ist.
Nach wie vor hoher Aufklärungsbedarf
Keine Sorge: Wir wollen hier gar nicht eintauchen in die wissenschaftlichen Tiefen des Farbmanagements, sondern vielmehr das Bewusstsein dafür stärken, dass es nützlich ist, sich damit zu befassen.
Warum wir das als notwendig ansehen? Nun, obwohl die Anfänge des Farbmanagements bis zur Mitte der 90er-Jahre zurückreichen, merken wir in Gesprächen mit Druckereien oft, dass nach wie vor noch Aufklärungsbedarf besteht.
Das gilt auch und besonders dann, wenn es um die Automatisierung der Druckproduktion geht.
So werden sich alle Systeme einig über die Farben
Farbmanagement sorgt dafür, dass alle Stationen im Produktionsprozess „die gleiche Vorstellung“ von Farbe haben.
Technisch betrachtet werden dazu Farbprofile, die ICC-Profile (das Kürzel steht für International Color Consortium) eingesetzt, die den Farbumfang eines Geräts beschreiben.
Die Profile sind eine Art Übersetzungsdienst zwischen verschiedenen Farbräumen – etwa von RGB am Monitor zu CMYK in der Druckmaschine.
Erklärtes Ziel ist, dass Farben gedruckt auf dem Papier der Wahl möglichst exakt so aussehen wie im freigegebenen PDF.
Die wichtigsten Komponenten für professionelles Farbmanagement sind:
- Ein konsistenter ICC-Workflow über alle Geräte hinweg mittels kalibrierter und profilierter Geräte in der Vorstufe wie beispielsweise Monitore, Proofsysteme und Druckmaschinen.
- Farbmanagement beginnt ja nicht erst in der Druckerei, sondern bereits im Rahmen der Erstellung der Druckdaten auf Seiten des Kunden oder dessen Agentur. Nötig sind also klare Vorgaben, in welchem Profil Daten angeliefert werden sollen. Ein Beispiel ist das Profil ISOCoatedV2, das von vielen Druckereien sowohl für glänzendes als auch mattes Bilderdruckpapier vorgegeben wird.
- Eine professionelle Farbmanagementsoftware.
Gut umgesetztes Farbmanagement ist auch wirtschaftlich relevant. Es zeigt sich zum Beispiel in weniger Korrekturen, geringerer Makulatur – und am Ende auch durch zufriedenere Kunden.
Farbmanagement im automatisierten Workflow
Mit zunehmender Automatisierung in Druckereien – von der PDF-Prüfung über das Ausschießen bis zur Maschinenansteuerung – wird Farbmanagement zu einem integralen Bestandteil des Workflows.
Moderne Workflow-Systeme können Farbprofile automatisch zuweisen, Farbkonvertierungen regelbasiert durchführen und Softproofs oder Simulationen für unterschiedliche Ausgabebedingungen erzeugen.
So standardisierte Jobs lassen sich hochgradig automatisiert durch die Produktion schleusen. Ein konsistenter, digital gesteuerter Farbworkflow schafft damit die Grundlage für skalierbare, „industrielle“ Produktion.
Weiterführende Informationen
- Umfassendes Basiswissen rund um das Farbmanagement vermittelt unser Ratgeber „Konsistente Farbwiedergabe stützt die Kundenbeziehungen von Druckereien“.
- Wir bieten Ihnen einige der führenden Lösungen für das Farbmanagement – von einer Sammlung so genannter DeviceLink-Profile für den sofortigen Einsatz bis hin zu einem professionellen Farbserver.
- Falls Sie Fragen zum Thema Farbmanagement haben – unser Kollege Karsten Schwarze steht für Sie bereit.