Automatisierung ist entscheidender Wettbewerbsvorteil geworden

Dass sich die Druckbranche in den letzten Jahren entschieden verändert hat, das muss an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholt werden. Wir alle wissen, dass die Auflagen stark gesunken, die Zahl der Aufträge hingegen stark gestiegen ist. Dass der Wettbewerbsdruck enorm zugenommen hat, dass Fachkräfte fehlen und und und.

Wir stellen drei Druckereien vor, die sich mit Erfolg auf diese Entwicklung eingestellt haben. Sie sagen, wie sie ihre Prozesse optimiert und die Produktivität ihrer Betriebe gesteigert haben.

Wenn aus einem Auftrag plötzlich fünf werden

Was früher ein Auftrag war, verteilt sich heute auf mehrere Bestellungen. Bei BühlerDruck in Ludwigsburg, einer seit über 75 Jahren inhabergeführten Druckerei, kennt man dieses Phänomen.

  • „Wurden früher etwa von einer Preisliste 5.000 Exemplare gedruckt, sind es heute beispielsweise nur 500. Dafür werden die Inhalte häufiger aktualisiert.“
    Mark Fischer, Geschäftsführer bei BühlerDruck

Die Folge der Auftragsfülle: Zwei bis drei Mitarbeiter waren allein damit beschäftigt, eingehende Druck-PDFs zu prüfen und manuell über Hotfolder an die Maschinen zu verteilen.

Mit dem Impressed Workflow Server (IWS) hat sich das grundlegend geändert. Er steuert heute den kompletten PDF-Workflow in der Druckvorstufe und vernetzt die Systeme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

  • „All dies führte zu einer Entlastung der Druckvorstufe um etwa 70 Prozent gegenüber der Vor-IWS-Ära. Durch die deutlich gesteigerte Effizienz können wir bei gleichem Personalstand wesentlich mehr bewegen“.
    Mark Fischer, Geschäftsführer bei BühlerDruck

Die Prüfung der Druckdateien schafft inzwischen eine einzige Person pro Schicht.

Im Ausschießen liegt enormes Potenzial

Ähnlich lief es bei der Druckscheune in Radebeul, einem 2020 gegründeten Unternehmen, das heute mit 53 Mitarbeitenden „jeden Kundenwunsch rund um den Digitaldruck erfüllt“ – so formuliert es Geschäftsführer Tom Petrak.

Während der Pandemie kamen täglich rund 300 Aufträge über ein Web-to-Print-Portal herein – und wurden von Hand ausgeschossen.

  • „Die Druckbögen von 300 Aufträgen pro Tag sozusagen von Hand zu bauen, das konnte nicht die Lösung sein.“
    Tom Petrak, Geschäftsführer Druckscheune

Viele Druckereien lassen beim Thema Automatisierung das Ausschießen außen vor, sehen es fälschlicherweise als nicht standardisierbar an. Dabei liegt gerade hier enormes Potenzial für die Einsparung von Zeit, Substrat und Kosten.

Bei der Druckscheune übernimmt heute die Kombination aus IWS, dem Krause Imposition Manager (KIM) und Enfocus Switch diesen Job. IWS kontrolliert die eingehenden Jobs auf Fehler und übergibt sie dann fürs Ausschießen an KIM – inklusive automatisch generierter Sammelformen für gleichformatige Produkte wie Geschäftsausstattungen oder Flyer.

  • „Mit unserer Softwarelandschaft können wir nicht nur die meisten Jobs völlig automatisiert ausschießen und produzieren – durch die hochgradige Standardisierung werden früher immer wieder auftretende Fehler vermieden und die Prozesse in der Weiterverarbeitung laufen deutlich reibungsloser. Außerdem haben wir jetzt immer den genauen Überblick über die Status der Jobs.“
    Tom Petrak, Geschäftsführer Druckscheune

Wenn jeder Auftrag ein Unikat ist

Bei der Printec Solutions GmbH in Weselberg beschreibt Geschäftsführer Marcus Kalle sein Team als „Problemlöser und Optimierer in der Printkommunikation“.

Produziert werden vor allem personalisierte Bücher in Hard- und Softcover sowie Wandbilder auf Materialien wie AluDibond, Acrylglas oder Canvas.

Pro Monat verarbeitet das 18-köpfige Team zwischen 15.000 und 20.000 Aufträge – mit ausgeprägten saisonalen Spitzen.

  • „Ein Auftrag kann natürlich auch mehrere Produkte umfassen. Erfahrungsgemäß sind es 2-3 Jobs je Auftrag. Und dabei sind wir meistens im Bereich von Auflage 1 unterwegs.“
    Marcus Kalle, Geschäftsführer Printec Solutions GmbH

Bei einem derart hohen Auftragsvolumen in Auflage 1 stößt manuelle Bearbeitung schnell an ihre Grenzen. Auch bei Printec bildet der Impressed Workflow Server das Rückgrat: Er verbindet das ERP/MIS-System Obility, Enfocus PitStop für die automatische Korrektur von Fehlern in PDF-Daten, den Krause Imposition Manager für die Bogenmontage und leitet die Jobs auf die Maschinen.

  • „Gefühlt würde ich sagen, dass wir einen Automatisierungsgrad von gut 90 Prozent erreicht haben. Wenn die Daten fehlerfrei sind und keine Störungen auftreten, müssen wir gar nicht mehr eingreifen. Die meisten Aufträge sehen wir erst mit der Rechnung, die ebenfalls automatisch erstellt wird.“
    André Kaufmann, Workflow-Spezialist bei Printec Solutions

Was diese drei Betriebe eint, ist mehr als nur der Wunsch nach weniger manueller Arbeit. Es ist die Erkenntnis, dass Automatisierung heute zur Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Druckereien geworden ist.

Am Ende steht in allen drei Fällen das gleiche Ergebnis: mehr Überblick, weniger Fehler, höhere Produktivität – und Strukturen, dank derer die Betriebe schnell auf Veränderungen reagieren können.tenblättern und Broschüren.

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